• Juliana

Rezension | Bis es Sterne regnet von Ava Blum

Irgendwann als gefeierter Balletttänzer auf der Bühne zu stehen, ist Juris größter Traum. Doch der Wunsch, seiner Mutter, der russischen Primaballerina, nachzueifern, zerbricht jäh, als die ihrem schweren Krebsleiden erliegt. Nur widerstrebend erfüllt Juri ihren letzten Willen und zieht nach New York, um dort bei seinem Vater zu leben. Nicht nur, dass Juri sich mit dessen Vorurteilen herumschlagen muss, was seine Ausbildung zum Bühnentänzer angeht, zu allem Überfluss wird sein Dozent auch noch zudringlich. Um ihm sich vom Leib zu halten, bittet er seine Tanzpartnerin Mae, seine Freundin zu spielen ...

[Quelle: Piper]

Vorab vielen Dank an Piper und NetGalley für das Rezensionsexemplar!



Unzählige Mädchen träumen davon, Primaballerina zu werden. Sie gehen zum Ballettunterricht, lernen Tanzschritte, trainieren hart. Doch nur für wenige wird der Traum wahr, denn es gibt einfach zu viele Einschränkungen, die es einem erschweren.

Juri ist ein grandioser Tänzer und wird an einer der weltweit renommiertesten Schulen in New York aufgenommen. Dort wird ihm Mae als Tanzpartnerin zugeteilt und wie es natürlich kommen muss, verlieben die beiden sich ineinander. Das wars dann aber auch schon mit den Klischees.


Ava Blum erzählt in „Bis er Sterne regnet“ von Juri, dem Sohn einer gefeierten Balletttänzerin, der in ihre Fußstapfen treten möchte und ebenso erfolgreicher Tänzer werden will. Damit dreht die Autorin kurzerhand das Klischee des tanzenden Mädchens um und hat nicht nur einen männlichen Balletttänzer erschaffen, sondern ihn auch noch zum Fokus der Geschichte gemacht – etwas, das im New Adult Genre nicht sehr häufig vorkommt.


Zwar spielt die Geschichte in NYC, Juri ist allerdings Russe, Sohn einer alleinerziehenden Karrierefrau und zieht nach deren Tod nach New York zu seinem Vater, den er kaum kennt und noch weniger schätzt. Auch hier trifft Juri auf eine berufstätige Frau und Mutter, Kate, und deren Tochter Sara, mit der Juri sich sehr gut versteht.


Das Vorurteil der hungernden Tänzer begegnet Ava Blum bewusst. Immer wieder wird das Thema aufgegriffen, aber so, dass dem Leser klar wird, das an diesem Vorurteil nichts dran ist. Gesundes Essen, ausreichende Kalorienzufuhr und sogar die Kontrolle des Gewichts durch die Academy unterstreichen die Wichtigkeit der Gesundheit der Tänzer.


Der wohl stärkste Bruch mit dem Klischee ist aber die Thematik der sexuellen Belästigung in „Bis es Sterne regnet“. Auch wenn statistisch gesehen, häufiger Frauen die Opfer sind, kommt es natürlich auch vor, dass Männer belästigt werden – eine Tatsache, die scheinbar oftmals vergessen oder unter den Tisch gekehrt wird. Schon zu Beginn seiner Ausbildung wird Juri von einem seiner Dozenten belästigt, es spitzt sich immer weiter zu. Die Entscheidung, dies in ihrer Geschichte zu thematisieren, finde ich sehr gut. Es ist an sich schon ein wahnsinnig wichtiges Thema, welches zu oft als Tabu angesehen wird. Damit außerdem noch ein Klischee zu brechen, ist wirklich toll.


Dabei gelingt es Ava Blum besonders Juris inneren Konflikt zu beschreiben. Auf der einen Seite, möchte er der starke Mann sein, der über solchen Dingen steht, auf der anderen Seite fühlt er sich hilflos und ist verzweifelt. Diese Zerrissenheit kommt gut rüber und ist ebenso wie die allgemeinen Charakterzüge der Figuren schön gezeichnet.


Alles in Allem, ist „Bis es Sterne regnet“ eine schöne Liebesgeschichte, die aber noch viel mehr zu bieten hat, als es vielleicht im ersten Moment den Anschein hat. Ein tolles und wichtiges Buch!

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