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  • Juliana

Rezension | Das Weihnachtswunder von Hope Street von Emma Heatherington

Ruth Ryans scheint alles zu haben, was man sich wünschen kann: den perfekten Job, ein schönes Zuhause, Freunde. Doch gerade zu Weihnachten fühlt Ruth sich so allein wie nie zuvor. Der Todestag ihres geliebten Vaters jährt sich zum ersten Mal, und am liebsten würde Ruth Weihnachten einfach ausfallen lassen. Doch dann beschließt sie, ihr großes, leeres Haus mit neuem Leben zu füllen. Sie lädt Fremde ein - Einsame, Verlassene und Vergessene -, um das Fest der Liebe gemeinsam zu feiern. Für alle ist dieser Akt der Nächstenliebe ein Geschenk. Doch das größte Geschenk bekommt am Ende Ruth.

[Quelle: HarperCollins]

Vorab vielen Dank an HarperCollins und NetGalley für das Rezensionsexemplar!



Mit Weihnachtsbüchern ist das so eine Sache. Ich erhoffe mir von der Lektüre vor allem eine schöne Einstimmung in der Adventszeit, sympathische Figuren, eine Story, die ruhig etwas kitschig sein darf. Auch das eine oder andere Klischee darf gerne mal bedient werden, solange die Stimmung einfach passt.


Bei „Das Weihnachtswunder von Hope Street“ wurden meine Erwartungen aber leider gar nicht erfüllt. Schon ungefähr nach 10 Seiten hatte ich eine starke Vermutung, wie das Buch endet und hatte Recht. Auf dem Weg dahin fand ich wirklich alles unglaublich vorhersehbar, was die Spannung natürlich komplett rausgenommen hat. An sich finde ich das nicht so tragisch, aber im Buch war es immer eine große Enthüllung, die für mich daher sehr unglaubwürdig waren.


Die Figuren waren alle insgesamt eigentlich sympathisch. Allerdings fand ich sie recht überzogen, es gab auch wenige charakteristische Merkmale, die jemanden besonders gemacht hätten. Auch hier gibt es leider einige Klischees, die nicht unbedingt helfen. Ein großes Problem hatte ich mich der Protagonistin Ruth. Sie musste einige Schicksalsschläge einstecken und ihr Leben ist nicht so glamourös, wie jeder denkt. Das ist für mich grundsätzlich sehr nachvollziehbar. Allerdings hatte ich an keinem Punkt wirklich eine emotionale Bindung zu ihr. Selbst in traurig anmutenden Situationen war es mir schlicht egal, obwohl ich eigentlich sogar einige Dinge mit ihr gemeinsam habe.


Gar nicht gefallen haben mir leider auch die Dialoge. Auf mich wirkten sie meistens sehr aufgesetzt und erzwungen. Auch wenn inhaltlich betrachtet wirklich kluge Dinge gesagt wurden, ist es schlicht unrealistisch, dass einfach jede Figur etwas beinahe schon philosophisch Sinnvolles beizutragen hat. Vor allem nicht immer und überall, egal worum es geht. Auch Ruths Entschlüsse, ihr Leben zu ändern, anderen zu helfen etc. sind inhaltlich wirklich toll, aber leider kam das gar nicht bei mir an. Selbst ihre Gedanken wirkten unecht und nicht nachvollziehbar.


Der Schreibstil ist an sich ganz gut. Die Geschichte ist flüssig zu lesen. Allerdings gibt es immer wieder kleinere Fehler, die mich beim Lesen einfach sehr stören. Ziemlich am Anfang des Buchs zum Beispiel fragt Ruth ihren Vater, ob er etwas trinken möchte, er nickt. Dann passiert einfach gar nichts, außer, dass Ruth über ihren Job nachdenkt. Solche Dinge sind einfach unnötige Stolpersteine, die auf jeden Fall im Lektorat auffallen sollten. Leider wiederholt sich die Autorin auch ziemlich oft. Gerade Ruths Vergangenheit wird immer und immer wieder betont, aber ohne neue Erkenntnisse zu liefern.


Leider konnte ich „Das Weihnachtswunder von Hope Street“ so gar nicht genießen und der Geschichte nicht viel abgewinnen. Es war schnell zu lesen und die Message von Nächstenliebe und auch Selbstliebe ist wunderbar. Persönlich finde ich aber, dass die Botschaft unter all den negativen Aspekten schlicht untergeht.


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