• Juliana

Rezension | Dieser eine Augenblick von Renée Carlino

Als Charlotte auf Adam trifft, ist es, als würden sie sich schon ewig kennen. Sie verbringen eine wunderbare Nacht zusammen, am nächsten Morgen jedoch ist er wie verwandelt und zeigt ihr die kalte Schulter. Aber Charlotte kann den mysteriösen Fremden nicht vergessen, der ihr in nur einer Nacht das Herz gebrochen hat. Sie macht sich auf die Suche nach ihm, um endlich Klarheit zu bekommen. Doch sie ahnt nicht, dass Adam ein Geheimnis hat, das ihr Leben für immer verändern wird.

[Quelle: Bastei Lübbe]


Vorab vielen Dank an Bastei Lübbe und NetGalley für das Rezensionsexemplar!


Das erste Aufeinandertreffen von Charlotte und Adam und somit der Einstieg in die Geschichte ist speziell und ungewohnt. Adam begleitet Charlotte und ihre Freundin/Mitbewohnerin nach Hause, wo er dann fragt, ob sie Lust hat, noch etwas zu unternehmen. Kurzerhand stimmt Charlotte zu. Die beiden verbringen eine Nacht miteinander und man merkt in der Tat, dass die beiden etwas ganz Besonderes verbindet. Es ist, als würden die beiden sich schon ewig kennen, so vertraut wirken die Gespräche.

Adam verhält sich zwischendurch aber immer wieder sehr seltsam, was auch Charlotte auffällt, die das aber zunächst ignoriert. Am nächsten Morgen dann ist Adam harsch und wirft sie geradezu aus seiner Wohnung. Auch als Leser kommt man da nicht richtig mit, ebenso wie Charlotte. Erst nach einiger Zeit erfährt die Protagonistin, was eigentlich los war und das ist sozusagen der große Plottwist.


Ich möchte hier nicht spoilern, da das wirklich zu viel verraten würde. Den Twist fand ich persönlich sehr vorhersehbar, wenn auch zumindest realistisch. Leider habe ich schon sehr früh auch das Ende richtig vorausgesehen, sodass kein Überraschungseffekt mehr da war. Obwohl der Twist an sich realistisch ist, finde ich, dass die Geschichte gegen Ende immer seltsamer wird. Am Schluss konnte ich eigentlich gar nichts mehr glauben, weil es für mich mehr absurd als logisch war.


Im ersten Kapitel fand ich die beiden Protagonisten noch ganz nett, sie haben gut harmoniert. Allerdings ist es dabei geblieben, ich habe die Figuren als relativ flach empfunden und sie einfach nicht verstanden. Die Charakterentwicklung war irgendwie vorhanden, wirkte auf mich aber sehr erzwungen. So gut wie jede Figur (inkl. Nebenfiguren wie Charlottes Familie) war teils unglaublich wankelmütig, die Handlungen manchmal überhaupt nicht nachvollziehbar.


Der Schreibstil war in Ordnung, aber leider hat der die Figuren auch nicht retten können. Das Buch ist flüssig geschrieben, die Geschichte baut Schritt für Schritt aufeinander auf. Was mich sehr irritiert hat, ist die direkte Ansprache des Lesers, der dann auch noch gesiezt wird. Das ist natürlich absolut Geschmackssache, aber sowas kann ich in so einem Genre leider gar nicht leiden.


Dieses Stilmittel, die für mich arg konstruierte Geschichte und die unnachvollziehbaren Figuren haben es mir unmöglich gemacht, mich wirklich in die Gefühle reinzuversetzen. Das ist gerade bei einem Liebesroman natürlich ein Problem. Ich hatte wirklich ein gutes Gefühl, der Klappentext klingt toll und das Cover ist umwerfend. Leider wurden meine Erwartungen aber gar nicht erfüllt und es kam keine Lesefreude auf – Schade!


11 Ansichten

© 2019 by STORYLINES. Created by emconceptual.de