• Juliana

Rezension | Knock Out Love von Katharina Olbert

Kate hat alles hinter sich gelassen um in Wilmington zu studieren und ein neues Leben anzufangen. Weit weg von ihrem Exfreund und allem was damals vorgefallen ist. Nie wieder wird sie in eine solche Situation geraten und die Kontrolle über sich und ihr Leben verlieren. Sie meldet sich in einem Kick-Boxing-Studio an, um zu lernen sich zu verteidigen. Doch sie hat nicht mit Ian, ihrem unglaublich attraktiven aber auch verschlossenen und mürrischen Trainer gerechnet. Erst ist er abweisend und wütend, dann plötzlich verständnisvoll und warmherzig. Kate kann nie sicher sein, welcher Ian ihr als nächstes begegnet. Sie ahnt, auch in seiner Vergangenheit hat es dunkle Zeiten gegeben. Es scheint, dass Ian und Kate sich ähnlicher sind, als sie glauben, und es ist nur eine Frage der Zeit, bis sie der Anziehung zwischen ihnen nachgeben. Doch dann steht ihr Ex Tyler plötzlich vor ihr und Kate muss sich endlich ihrer Vergangenheit stellen. Aber Kate ist nicht mehr das ängstliche Mädchen von früher…

[Quelle: Forever]


Vorab vielen Dank an den Forever Verlag und NetGalley für das Rezensionsexemplar!

„Knock Out Love“ ist eine tolle New Adult-Geschichte, die nicht nur mit einer schönen Liebesgeschichte überzeugen kann, sondern auch noch eine sehr wichtige Message hat. Kate zieht von Zuhause weg, um zu studieren. Viel wichtiger ist aber, dass sie damit ihre Vergangenheit hinter sich lässt. Niemand weiß, wo sie ist, nicht einmal ihre Eltern wissen, an welcher Uni sie studiert. Es soll ein Geheimnis bleiben, damit sie niemand finden kann.


Was mysteriös beginnt, wird relativ schnell sehr klar. Kate ist vor ihrem Ex geflüchtet. Vor dem Mann, der sie geschlagen hat. Um das zu verarbeiten und um sich endlich wieder sicher zu fühlen, beginnt sie mit Kickboxen. Auch wenn Kate nicht real ist, ist es ihre Geschichte. Der Großteil der Frauen in Deutschland erlebt mindestens einmal in ihrem Leben häusliche Gewalt. Eine Zahl, die einfach erschreckend ist. Und genau deshalb ist es so wichtig, dass Themen wie dieses in Büchern verarbeitet wird, damit LeserInnen sich identifizieren können, damit sie vielleicht ein bisschen Mut bekommen, darüber zu sprechen.


Katharina Olbert bringt diese Thematik nicht nur zur Sprache, sondern macht daraus eine glaubhafte Geschichte mit einer starken Protagonistin, die nicht etwa das Opfer ist, sondern eine Kämpferin. Sie lässt sich nicht blenden, steht für sich selbst ein und erkennt sofort, dass sie selbst keinerlei Schuld trifft. Trotz ihrer Erfahrungen verliert Kate nicht die Lust am Leben, möchte Spaß haben. Gut fand ich auch, dass sie ihre Angst nicht einfach auf alle Männer projiziert. Die Situationen, die ihr Probleme bereiten oder sogar Panik auslösen, sind wunderbar formuliert, sodass man Kate komplett verstehen kann. Dennoch schafft es die Autorin, dass sie dabei nicht schwach wirkt oder in eine Opferrolle gedrängt wird.


Kates Kickbox-Trainer ist Ian. Ian ist unberechenbar was seine Stimmung angeht, aber eigentlich eine gute Seele. Er ist extrem aufmerksam und spürt intuitiv, was Kate zu schaffen macht. Von da an unterstützt er sie und gibt sein Bestes, um sie zu stärken. Ian bleibt im Vergleich zu Kate allerdings bis zuletzt ein bisschen blasser. Er hat definitiv Persönlichkeit und wirkt als Figur auch sympathisch, aber bei Kate kommt viel mehr rüber. Ian hinkt da etwas nach.


Die Dynamik zwischen den beiden ist gut, die Story toll ausgearbeitet. Sprachlich ist das Buch flüssig, leicht zu lesen und authentisch. Einzig das Ende von Ians Geschichte hat mich gar nicht überzeugen können, weil ich es etwas übereilt und nicht besonders realistisch fand. Aber auch das ändert meine positive Meinung zu diesem Buch nicht.


Alles in allem also ein toller New-Adult-Roman mit wichtigem Thema, das die richtige Message sendet!

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