• Juliana

Rezension | Nadelherz von Julia Corbin

Bei einer Wanderung verschwinden zwei junge Frauen spurlos. Erst ein Jahr später wird Tessa aus den Fängen ihres Entführers befreit, der bei der Rettungsaktion stirbt. Für die Freundin kommt jede Hilfe zu spät. Als Tessa ein mit Nadeln gespicktes menschliches Herz per Post erhält, ahnt sie, dass der Albtraum noch nicht vorbei ist. Hat ihr Peiniger einen Nachfolger bestimmt? Doch sie will kein Opfer mehr sein und bringt sich damit erneut in höchste Gefahr …

[Quelle: Diana Verlag]


Die leitende Ermittlerin Alexis hatte es bisher nicht leicht im Leben, was aus ihr eine starke, aber auch vorsichtige Frau gemacht hat. Sie lebt für ihren Job und ist darin verdammt gut, was ihr den Respekt der Kollegen sichert. Eine Protagonistin mit ihrer Geschichte wirkt schnell unnahbar, doch das war hier gar nicht der Fall. Im Gegenteil, Alexis‘ Art ist angenehm und umgänglich, sie weiß einfach, was sie will und was sie tut.


Auch die anderen Charaktere sind sehr gut erzählt. Angefangen bei Oliver, ihrem Kollegen mit dem Gnadenhof, der sich neben seiner Polizeiarbeit vernachlässigten Tieren widmet, der Freundin Karen, die als Pflegemutter und herausragende Biologin an Alexis‘ Seite steht, bis zu Tessa, dem Opfer der Nadelherzen, die nach ihrer Entführung nicht in ihr altes Leben zurückfindet – zu jeder Figur hat man ein Bild vor Augen, kann ihre Motivation nachempfinden. Das ist vor allem bei so vielen Personen wirklich nicht einfach hinzubekommen, vor allem, wenn es sich um einen Folgeband handelt, der ohne die eigentliche Personeneinführung auskommen muss.


Die Geschichte selbst ist sehr spannend gelungen, die Informationen werden immer zur richtigen Zeit preisgegeben, sodass man kontinuierlich miträtselt, wie das Ganze ausgeht. Tatsächlich habe ich bis kurz vor Ende falsch getippt, sodass es für mich durchgehen spannend blieb. Es werden viele Nebenhandlungen eröffnet, zu jedem Vorfall gibt es wieder einen ganzen Haufen an neuen Verwicklungen, doch am Ende schafft es Julia Corbin, dass alle Fäden zusammenlaufen und keine Fragen offen bleiben. Dass die Autorin selbst Biologin ist, merkt man dem Buch an, was ich persönlich sehr gut finde. Ihr Fachgebiet findet eine sehr sinnvolle Verwendung und bringt einen wirklichen Mehrwert in die Geschichte. Die biologischen Gegebenheiten werden ausreichend erklärt, aber ohne, dass man das Gefühl hat, mit unnötigen Fakten überhäuft zu werden.


Ein kleiner Kritikpunkt für mich sind die verschiedenen Perspektiven, aus denen erzählt wird. Meistens folgt man dabei Alexis, es gibt aber auch andere Handlungsstränge. Ich war manchmal etwas verwirrt, da nicht gekennzeichnet ist, wessen Perspektive man gerade liest. Das klärt sich zwar schnell, ist im Lesefluss aber etwas irritierend.


„Nadelherz“ war mein erstes Buch von Julia Corbin, die jetzt direkt auf meine Liste mit Top-Thrillerautoren wandert, weil mich ihr Schreibstil und die Figuren absolut überzeugen konnten!


Vielen Dank an das Bloggerportal von Random House für das Rezensionsexemplar!


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