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  • Juliana

Rezension | Neun Fremde von Liane Moriarty

Aktualisiert: Jan 16

Neun Fremde und zehn Tage, die alles verändern: In einem abgelegenen Wellness-Resort treffen fünf Frauen und vier Männer aufeinander, die sich noch nie zuvor begegnet sind. Sie alle sind in einer Krise und wollen ihr altes Leben hinter sich lassen. Bald schon brechen alte Wunden auf und lang gehütete Geheimnisse kommen ans Licht. Denn nichts ist so, wie es scheint in Tranquillum House …

[Quelle: Diana]


Vorab vielen Dank an den Diana-Verlag und das Bloggerportal für das Rezensionsexemplar!


Nachdem ich die HBO-Serie „Big Little Lies“ gesehen und geliebt habe, war ich sehr gespannt auf dieses Buch, das von der gleichen Autorin der Serienvorlage stammt. Liane Moriarty ist seit Jahren international erfolgreich. Nach dem großen Erfolg der ersten Serie sicherten sich Reese Witherspoon und Nicole Kidman, die beide als Darstellerinnen und Produzentinnen an „Big Little Lies“ beteiligt waren, auch die Rechte an „Neun Fremde“. Meine Erwartungen waren also ziemlich hoch.


Was ich definitiv sagen kann, ist, dass „Neun Fremde“ ein ganz besonderes Buch ist, wie ich es auch noch nie gelesen habe. Die Prämisse ist klar. Neun Personen reisen teilweise alleine, teilweise zu zweit, teilweise zu dritt in ein Wellnessresort, welches ihnen wahre Wunder verspricht. In nur 10 Tagen sollen sie sich wie neue Menschen fühlen, sofern sie sich an die Regeln halten und Vertrauen in die Methoden der Resortleitung haben. Diese erweisen sich aber nach und nach als fragwürdig, bis es schlussendlich eskaliert.


Der Stil des Buchs ist sehr angenehm. Es lässt sich flüssig lesen und obwohl man ein bisschen braucht, um alle vorkommenden Figuren zu kennen, funktioniert es insgesamt sehr gut. Die einzelnen Figuren, also die neun Reisenden, die Mitarbeiter des Resorts und noch eine handvoll kleinere Nebencharaktere, sind einige Namen, die man sich merken muss. Dadurch aber, dass das Buch aus verschiedenen Perspektive erzählt wird, die alle einen eigenen Stil haben, erleichtert es die Autorin dem Leser, den Überblick zu behalten. Die Figuren sind nicht alle komplett rund ausgearbeitet, aber das ist auch nicht nötig. Da sich alle fremd sind, trägt diese Art der Figurenzeichnung zu diesem fremden Gefühl bei. Die meisten Personen entwickeln sich außerdem im Laufe der Geschichte sehr schön.


Besonders interessant fand ich es, dass man von Anfang an ein bisschen das Gefühl hat, einen Thriller zu lesen. Obwohl es keine inhaltlichen Ähnlichkeiten mit einem Thriller gibt, also beispielsweise Hinweise auf ein Verbrechen oder Personen, die im weitesten Sinne mit Polizei oder ähnlichem zu tun haben, herrscht eine seltsame Stimmung beim Lesen. Das trägt unheimlich zur Spannung bei und fast erwartet man, dass hinter jeder neuen Seite ein Angriff lauert. Sowas habe ich bisher noch nie bei einem Buch gehabt, dieses leichte Unwohlsein, wie es bei Filmen mit Musik provoziert wird. Dadurch wird die Geschichte aber sehr spannend, auch wenn es inhaltlich zumindest anfangs recht klar strukturiert abläuft.


Der Plottwist am Ende kommt an sich nicht unerwartet, das Gefühl bahnt sich ja eben schon die ganze Zeit über an. Es ist also nicht überraschend, dass die ganze Situation aus dem Ruder läuft und auch eskaliert. Allerdings fand ich die Details, die ich hier nicht verraten werde, nicht sehr überzeugend. Es ist zwar nicht unmöglich, aber doch etwas unrealistisch und war für meinen Geschmack einfach einen Tick drüber. Ein ruhigeres Ende hätte mir wahrscheinlich doch viel besser gefallen.


Nichtsdestotrotz ist „Neun Fremde“ von Liane Moriarty ein besonderes Buch, das eine klassische Geschichte erzählt. Überzeugende Figuren, ein flüssiger Schreibstil und eine greifbare Spannung versprechen gute Lesestunden.


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