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  • Juliana

Rezension | Wild Games – In einer heißen Nacht von Jessica Clare

Undercover bei einer Reality-Show mitmachen oder den Job verlieren - Journalistin Abby hat die Qual der Wahl. Zähneknirschend erklärt sie sich bereit, beim Fernsehen hinter den Kulissen zu recherchieren. Kurz darauf findet sie sich in einem knappen Bikini auf einer einsamen Insel wieder, umgeben von lauter hemmungslos ehrgeizigen und rücksichtslosen Kandidaten. Der Schlimmste von ihnen ist Dean Woodall. Er ist arroganter, aggressiver und stärker als alle anderen. Aber leider auch richtig heiß. Er treibt Abby in den Wahnsinn - spätestens, als er sie vor laufender Kamera küsst ...

[Quelle: Bastei Lübbe]


Vorab vielen Dank an Bastei Lübbe und NetGalley für das Rezensionsexemplar!



Der Klappentext von „Wild Games“ hat mich angesprochen, weil er irgendwie anders klang, als viele andere. Die Prämisse der Gameshow klang interessant, zumal es keine Datingshow ist. Letztendlich hat mich das Buch aber etwas zwischen den Stühlen zurück gelassen.


Was mir wirklich gut gefallen hat, war die Grundidee der Gameshow. Abby, die als Journalistin mitmachen soll, um einen Bericht dazu zu schreiben, bildet die perfekte Brücke aus Außenperspektive auf die Show und Insiderwissen einer Teilnehmerin. Die Aufgaben der Show waren ganz witzig und zum Glück nicht sehr klischeehaft, sodass man eher mit Fremdschämen beschäftigt gewesen wäre. Ich finde es auch gut, dass es keine Datingshow war, sodass das Verlieben von zwei Teilnehmern von Anfang an Ziel ist.


Dass dies trotzdem passiert, ist natürlich der Sinn eines Romance-Romans. Die Annäherung zwischen Abby und Dean wurde gut beschrieben und hatte auch eine passende Geschwindigkeit. Gerade für die Umstände, in denen die beiden sich kennen lernen, fand ich die Art und Weise, wie sie sich langsam sympathischer werden, sehr logisch. Es hat auch nicht den Eindruck erweckt, dass die beiden auf Teufel komm raus zueinander finden, sondern hat sich ziemlich natürlich angefühlt – soweit man das im Rahmen einer Fernsehsendung sagen kann.


Leider hatte ich aber ein Problem mit den einzelnen Figuren. Über Abby erfährt man zwar einiges und sie ist auch nicht unbedingt platt erzählt, aber trotzdem fehlte mir eine Verbindung zu ihr. Ich hatte nicht das Gefühl, sie richtig kennen zu lernen und tat mich deshalb auch schwer, mit ihr mitzufühlen. Sie hat einige wirklich witzige und auch starke Momente, aber das große Ganze kam bei mir irgendwie nicht so an. Bei Dean ist das sogar noch viel schwieriger. Eigentlich bekommt man kaum Informationen zu ihm und außer seinem guten Aussehen erfährt man wirklich extrem lange nichts. Das wird den Figuren zwar selbst irgendwann klar, aber ich verstehe den Grund dafür nicht. So konnte ich mich nicht reindenken in die Figuren und ihre Beziehung zueinander und habe auch kein großes Interesse für ein Happy End der beiden aufgebaut. Ich finde, da hätte noch viel mehr gemacht werden können.


Der Stil ist leicht zu lesen und flüssig. Sprachlich hat das Buch keine markanten Merkmale, aber ist schlüssig. Insgesamt hat mich dieses Buch mit seiner Grundidee und der Ausarbeitung der Geschichte zwar überzeugen können, die Figuren allerdings blieben dabei ziemlich auf der Strecke. Ich glaube, da steckt sehr viel ungenutztes Potenzial.

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