• Juliana

Rezension | Zimmer 19 (Tom Babylon-Serie 2) von Marc Raabe

Auf der Eröffnungsveranstaltung der Berlinale wird zum Entsetzen aller ein Snuff-Film gezeigt. Das Opfer: die Tochter des Bürgermeisters Otto Keller. Tom Babylon vom LKA und die Psychologin Sita Johanns ermitteln unter Hochdruck. Doch eine Gruppe von Prominenten um Keller mauert. Was hat der Bürgermeister zu verbergen? Und wer ist die Zeugin, die aussieht wie Tom Babylons vor Jahren verschwundene Schwester? Die Ereignisse überschlagen sich, als ein weiterer Mord passiert. Plötzlich stellt Sita Johanns fest, es gibt eine Verbindung zwischen ihr und den Opfern: Ein furchtbares Ereignis in ihrer Jugend - und die Zahl Neunzehn.

[Quelle: Ullstein Buchverlage]


Vorab vielen Dank an Ullstein Buchverlage und NetGalley für das Rezensionsexemplar!


Ich lese zwischendurch sehr gerne Thriller. Ich finde die einfach richtig spannend und rate gerne mit. Mittlerweile bin ich da ziemlich geübt, sodass ich oft relativ früh schon auf die Lösung komme. Spaß habe ich trotzdem. Bei „Zimmer 19“ bin ich bis zuletzt nicht drauf gekommen und das fand ich großartig!


Die Hauptfigur Tom Babylon ist ein erfahrener Polizist, aber weit davon entfernt, ein klassischer Held zu sein. Er hat selbst einige schlimme Erfahrungen gemacht, sieht immer noch überall seine kleine Schwester, die als Kind plötzlich verschwunden ist. Er ist eigensinnig, aber macht seinen Job einfach gut. Tom wirkt wie ein guter Mensch, er ist einem schnell sympathisch. Einige der anderen Figuren waren weniger sympathisch, aber das war wohl auch nicht das Ziel. Meiner Meinung nach leben Thriller auch zum Großteil von den beteiligten Figuren. Marc Raabe schafft es wirklich, die Charaktere gut einzuführen, obwohl es sich um einen Folgeband handelt. Die Personen sind rund erzählt, man erkennt ihre Motivationen.


Raabes Schreibstil ist authentisch und flüssig. Das Buch ist für das Genre ziemlich lang, man fliegt aber nur so durch die Seiten. Dialoge und Erzählung sind ausgewogen, die Sprache wirkt natürlich und nicht aufgesetzt. Positiv fand auch, dass keine Rechtschreibfehler oder ähnliches aufgefallen sind, die empfinde ich schnell als störend. Das Buch war sprachlich gesehen, einfach gut zu sehen.


Der Fall in „Zimmer 19“ ist genial konstruiert und zumindest mir vollkommen neu. Bei der Eröffnungsfeier der Berlinale wird statt des Films ein Snuff-Video gezeigt, vor laufender Kamera wird eine junge Frau ermordet. Die Verknüpfung mit dem Filmfestival fand ich eine sehr interessante Idee, weil es die Brisanz des Falls noch weiter erhöht. Den Schock, den das Video auslöst und die politischen Verwicklungen, die der Fall mit sich bringt, waren hervorragend beschrieben und nachvollziehbar. Ich habe mich zu keinem Zeitpunkt als Leser verloren gefühlt oder das Interesse verloren. Der Showdown auf den letzten Seiten war so spannend, dass ich gar nicht schnell genug lesen konnte.


„Zimmer 19“ ist ein frischer und sehr spannender Thriller, der absoluten Nervenkitzel verursacht. Die Story überzeugt, die Figuren sind toll beschrieben und das allgemeine Setting ist gut gewählt. Ein wirklich tolles Buch, für jeden Spannungsfan eine klare Leseempfehlung!

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