• Juliana

Rezension | The Dead Don’t Die – Jim Jarmusch

Aktualisiert: 30. Juni 2019

In der beschaulichen Kleinstadt Centerville gehen seltsame Dinge vor sich. Während Sherriff Cliff Robertson noch rätselt, ist sich sein Kollege Ronald Peterson sicher: Es muss sich um eine Epidemie von Zombies handeln. Diese haben es allerdings nicht nur auf die Bürger von Centerville abgesehen, sondern auch auf Dinge, mit denen sie sich bevorzugt zu Lebzeiten beschäftigt haben. So wandeln sie auf den Straßen - hungrig nach Menschenfleisch, Kaffee und gerne auch einem Gläschen Chardonnay. Als sich herausstellt, wie man der untoten Ghule habhaft werden kann, macht das Polizistenduo bewaffnet mit Machete und Schrotflinte und unterstützt von ihrer jungen Kollegin nun Jagd auf Zombieköpfe, um die Stadt doch noch vor der Invasion zu retten. Unerwartete Unterstützung bekommen sie von der schrägen schottischen Bestatterin Zelda Winston, die mit überirdischer Präzision ihr Samurai-Schwert schwingen lassen kann.

[Quelle: Universal]



Neben Vampiren, Werwölfen und Mumien zählen Zombies zu den ganz großen Monstern der Filmgeschichte. Unzählige Produktionen widmen sich den Untoten, vor allem das Horrorgenre strotzt nur so davon. Besonders beliebt sind Zombies aber auch in (schwarzen) Komödien. Eine solche hat nun auch Jim Jarmusch in die Kinos gebracht.

Der US-amerikanische Regisseur gilt als einer der wichtigsten Vertreter des Independentfilms und gilt bei vielen Filmliebhabern als Garant für gute Filme. Das Besondere an seinen Produktionen ist die Mischung aus langsamen Szenen, Musikelementen und schwarzem Humor. In „The Dead Don’t Die“ zeigt sich diese Mischung wieder einmal, dazu ist die hochkarätige Starbesetzung kaum zu überbieten: Iggy Pop, Bill Murray, Adam Driver, Tilda Swinton, RZA, Selena Gomez, Carol Kane…


Der Film hat mich mit gemischten Gefühlen, aber in positiver Tendenz zurückgelassen. Ich liebe den bitterbösen Humor des Films. Lautes Lachen ist zwar selten, aber die Grundstimmung hat genau die richtige Mischung aus Absurdität und Situationskomik. Leider zünden manche Witze nicht bzw. sind schon aus dem Trailer bekannt. Die Besetzung ist wahnsinnig toll, großartig sind hier aber vor allem, die vielen Anspielungen auf andere Filme, wie z.B. auf die Star Wars Filme mit Adam Driver. Ich mochte auch das langsame Pacing, der Film kommt ganz ohne Effekthascherei und unnötig aufgebauschte Actionszenen aus. Wer langsames Erzählen im Film nicht mag, ist hier dann aber leider falsch.

Mein persönliches Highlight an dieser Horrorkomödie ist, dass sie sich bewusst darüber ist, ein Film zu sein. So wird immer wieder Bezug auf das Drehbuch, die Schauspieler und den Regisseur selbst genommen. Dadurch entstehen einige witzige Situationen, die die Stimmung insgesamt auflockern und vor allem nicht dem Standardhumor entsprechen.

Trotz kleinerer Stolpersteine finde ich den Film insgesamt gelungen und hatte auf jeden Fall Spaß im Kino.


Uneingeschränkt empfehlen würde ich ihn zwar nicht, aber für Fans von absurdem Humor, Metakino und vor allem Jim Jarmusch ist der Film sicherlich sehenswert!





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